Exemplarischer Ablauf

Eine Einheit mit drei bis vier Kindern dauert 90 - 120 Minuten und ist in mehrere Phasen aufgeteilt, denn der Übergang auf das Pferd sollte gut vorbereitet werden. Auch die Verabschiedung des Pferdes sollte beachtet werden. Der gesamte Ablauf wird also von festen „Ritualen“ und Rahmenbedingungen begleitet die den Kindern Struktur bieten. Sie lernen so nach und nach Aufgaben selbstständig zu übernehmen und den Sinn zu verstehen. 

Nach einer Begrüßung der Kleingruppe beginnt die Vorbereitungsphase, diese wird im Folgenden beschrieben. Durch die Begrüßung des Pferdes gibt es eine erste Kontaktaufnahme zwischen Pferd und Kind. Während der anschließenden Pflege des Pferdes wird die Beziehungsgestaltung zum Pferd individuell begleitet. Die Hufe des Pferdes selbst aufzunehmen scheint ein richtiger Vertrauensbeweis zu sein, denn die meisten Kinder brauchen dabei die Unterstützung des Pädagogen. Ist ausreichend Sicherheit vorhanden gelingt es schon den Kleinkindern (siehe Bild 1). Nach Aussage verschiedener Kinder ist das Kuscheln und Zusammensein mit dem Pferd eines der wichtigsten und schönsten Erlebnisse. Auf dem Bildern 2-4 wird dem Nähebedürfniss nachgegangen. Wenn das Pferd ausreichend gesäubert wurde und alle Bedürfnisse, die das Putzen bieten kann, befriedigt sind, werden gemeinsam die benötigten Reitutensilien geholt. Auch sorgt jedes Kind dafür, dass sein Reithelm griffbereit liegt. Sobald alle gut ausgestattet sind endet die Vorbereitungsphase und der Übergang zur Reitphase ist geschaffen. 

Nun geht es entweder auf den vorbereiteten Reitplatz (siehe Bild 5) oder es werden zur Abwechslung gemeinsame Ausritte ins Gelände unternommen. Wie das aussehen kann ist auf den Bildern 6-10 zu sehen. Auch hier können zahlreiche Übungen auf dem Pferd gemacht werden. Die mitlaufenden Kinder werden mit eingebunden in dem sie dem Reitpädagogen, wie auf dem Platz auch, assistieren dürfen. Auch auf dem Reitplatz ist Abwechslung für Mensch und Pferd wichtig. Gemeinsam werden einzelne Stationen oder auch ein ganzer Parcours aufgebaut. Dazu werden unterschiedlichen Materialien, wie Stangen, Pylonen, Bälle, Eimer und Planen, genutzt. Aber auch Reiterspiele und Voltigierübungen  gehören zum Programm. Generell können alle Situationen mit Wahrnehmungsübungen ergänzt werden. Jedes Kind wird das Pferd vor dem aufsteigen erneut begrüßen und sich nach dem absteigen beim Pferd bedanken. Dies sind Kleinigkeiten die den Übergang begleiten. Ebenso helfen sie dabei das Pferd als Individuum wahrzunehmen und zu respektieren.

Zum Abschluss wird das Pferd wieder zum Putzplatz geführt und versorgt. Dazu gehören einige Aufgaben: Das Pferd vom Zaumzeug befreien und dieses ordentlich aufräumen. Auch das Auskratzen der Hufe und ggf. überputzen des Pferdes, sowie das gemeinsame Richten des Futters gehören dazu. Dabei können die Kinder sich bis zum nächsten Mal vom Pferd verabschieden. Als abschließende Handlung wird nun das Pferd in den Stall gebracht. Die Kinder können das Pferd nun noch eine Weile beobachten, bevor es wieder zu seiner Herde läuft.